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meine Sternenkinderahnen

„Ich legte mein Kopf zwischen die Sterne und fiel in die Nacht.“

Peter Licht

Seit 2015 rufen mich immer wieder die Kinder – meine Sternenkinderahnen. Oft sind es Mädchen. Diese erarbeite ich sehr intuitiv. Am Beginn der Zeichnung weiß ich noch nicht, was die Kinder machen wollen: einen Stern anschauen, in einem Baum sitzen oder tanzen. Ihre Körperproportionen sind deshalb oft nicht ganz richtig, da meine Arbeitsrichtung von innen nach außen geht. Ich sehe kein Objekt an, an dem ich die Bewegung studieren kann. 

Gehalten und als Serie vereint werden alle durch einen dunkleren Hintergrund, aus deren Dämmerung sie hervortreten. Ich erahne anfangs nur die Form, das Äußere, bis sie anfangen zu sprechen. Erst zaghaft, dann eindeutiger. So kann ich sie immer konkreter umsetzen. Es ist ein Erahnen in die Zukunft, eine Hoffnung, ein Stern – was Kinder ja immer sind. So ist auch meine Art und Weise des Arbeitsprozesses. Diese Kinder sind meine Nachfahren und ich die Ahnin der Kinder, meiner Enkel. So vereint sich das Bild in Vergangenheit und Zukunft gleichermaßen.

Seit 2015; auf Papier 15 x 21cm, Bleistift, Buntstift, Eitempera, Aquarell

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